Freitag, 18. Februar 2011

Indien - Amber die alte Hauptstadt der Rajputen

tolle Anreise ins Fort Amber
AMBER FORT
Amber lliegt etwa 10 km nordöstlich von Jaipur und war sechs Jahrhunderte lang die Hauptstadt des Rajputen-Reiches. Die Palastbauten stammen aus dem 17. Jh. und sind erstaunlich gut erhalten.

Fort Amber im frühen Morgenlicht
Die Palastanlage thront auf einem Bergrücken über dem Tal


So wie die Maharajas im 16. Jahrundet überwinden heute die Touristen....

....  den Aufstieg zum Palast auf dem Rücken eines Elefanten.

Wir hatten riesigen Spaß auf unserem "grauen Dicken"


und genossen diesen fanstatischen Rundblick im Palasthof

Blick auf die Festungsmauer die einige Kilometer lang ist
Der Zugang zum nächst höher gelegenen Hof erfolgt durch den beeindruckenden Torbau des Ganesh Pol. Die an Miniaturen erinnernden Malereien, etwa der des Ganesh über dem Eingang im Zentralbogen, der wie an vielen Palästen Rajasthans die Trennung zwischen öffentlichem und privatem Bereich anzeigt.

Singh Pol, dieses reichverzierte Tor wurde gerade frisch restauriert. 



Der Spiegelpalast (Sheesh Mahal)
Feine Blumenornamente schmücken die Marmorwände, das Dach ist mit zahlreichen konvexen Spiegeln besetzt. Die Maharajas übernahmen auch die Kunst der Spiegel-Einlegearbeiten von den Moguln. Die Wände und Decken des prächtigen Sheesh Mahal sind vollkommen mit Einlegearbeiten aus Spiegeln und farbigem Glas bedeckt. Die Buntglasfenster wurden aus Europa eingeführt und erst im späten 18. Jh.eingesetzt. Die erlesene Malereien mit Zypressen-und Blütenmotiven zieren die Wände


prunkvolle Architektur

durch den Lichteinfall reflektieren die Spiegel als seien sie mit Juwelen besetzt

sogar die Decke ist reich verziert.

Detailansicht

Spieglein, Spieglein an der Wand...

feines Blumen- und Tiermotiv aus Marmor
Haremsbereich
Über die Terrasse des Jas Mandir gelangt man in den letzten Hof, der heute als Zenana (Harem) bezeichnet wird, jedoch den ursprünglichen Kern des Palastes bildet. Der Maharaja Man Singh I. hatte viele Frauen und Konkubinen. Die Frauen lebten im Palast und die Konkubinen im Harem. Dieser Harem war nicht nur Schmelztiegel königlicher Wollust, sondern auch integrierter Bestandteil im sozialen Gefüge. Die Damen dieser Abteilung führten kein schlechtes Leben, denn alle hatten ihre eigenen Tänzerinnen und Sklavinnen, die ebenfalls auf einen Wink des Herrschers diesem zu Dienste standen. Der Harem bedeutete für die Frauen Abgeschiedenheit, aber nicht Ausgeschlossenheit. Die Stellung der Frau war im Harem vielfach gesicherter als außerhalb. Der Harem selbst wurde von Eunuchen bewacht. Ihre einzige Aufgabe bestand darin, dafür zu sorgen, dass kein potenter Mann den Harem betrat. Aber es konnte auch vorkommen, dass sie so beeinflusst wurden, dass sie ihrer Pflicht nur nachlässig nachkamen.


zentraler Pavillon, Treffpunkt der Haremsdamen.


NAHARGARH FORT
Sechs Kilometer nordwestlich von Jaipur thront hoch oben das Nahargarh Fort.  Es wird auch Tiger Fort genannt, der Herrscher Sawai Raja Jai Singh baute es hauptsächlich im Jahr 1734 aus strategischen Gründen zur Verteidigung von Amber.  Der Name soll auf einen Krieger namens Nahar Singh zurückgehen, dessen Geist der Legende nach hier einst spukte. Beim Bau des Forts gab es ständig Probleme, so wurde die Arbeit des Tages meist in der Nacht wieder durch Unbekannte zerstört. Da konnten ja nur böse Geister dahinter stecken und tatsächlich erfuhr der Raja, dass dieses Land einst einem verstorbenen Krieger namens Nahar Singh gehört hatte. Dem Geist dieses Kriegers gefielen die Bauarbeiten und die Unruhe, die damit verbunden war, gar nicht. Erst als man ihm versprach, den fertigen Bau nach ihm zu benennen, zog er fort und fand endlich Ruhe. Fortan wurde das neue Fort zu seinen Ehren Nahargarh genannt. Es gibt sogar einen kleinen Schrein, dort wird Nahar Singh noch heute verehrt.





wunderschöne Holztüre
Unser Reiseführer wollte uns eigentlich das Tiger Fort nicht zeigen, da die Renovierungsarbeiten grad voll im Gange sind. So waren auch kaum Touristen in dem kleinen zugänglichen Teil unterwegs. Dieses Fort hat uns gut gefallen und es gibt von dort ein tolles Panorama auf Jaipur.


Donnerstag, 17. Februar 2011

Indien - zu Gast beim Mahardscha von Jaipur


Ein goldenes Tor führt an den Empfang

Die Fahrt von Ranthambor nach Jaipur dauert nur 4 Stunden und so konnten wir schon vor unserem Lunch im Hotel einchecken. In Jaipur hatte ich bei der Agentur auf unsere Hotelwahl bestanden und das war auch gut so. Wir durften 2 Nächte in diesem wunderschönen Hotel übernachten. Das Zimmer war super, die Dusche sensationell aber besonders gut haben uns die traditionellen, frisch angebrachten Wandmalereien gefallen.

Hier ein kleiner Rundgang durch das Hotel Umaid Mahal


3 Wächter vor meinen Türen

und eine wichtige Delegation ist schon unterwegs!
Auch der Maharadscha eilt schon herbei!
Wer auf Einlass wartet darf hier Platz nehmen!


Durch den hohen Gang bleibt im Sommer die Hitze draußen
Am Abend schwebt der süße Duft der Räucherstäbchen durch die Hallen

Diniert und gefrühstückt wird in dieser reich geschmückten Halle

Die Decke erstrahlt in farbenfroher Malerei!

Auf dem Dach gibt es einen tollen Rundblick
und ein kleines aber feines Restaurant!

Wo am Abend bei Musik und Tanz.......

.......die schmackhaften Schaschlik im Tandori Ofen frisch zubereitet werden.



Indien - der Tanz mit dem Tiger



Der Ranthambhor Nationalpark und Tigerreservat liegt 280 km von Agra entfernt. Die Anreise führte uns über ein recht langes Stück unbefestigte Straße und wir waren einen ganzen anstrengenden Tag mit dem Auto unterwegs. Wie schön, das unser Hotel The Pugmark, was Tigerpfote bedeutet uns so herzlich Willkommen hieß. Bei Trommelmusik und einem gemütlichen Lagerfeuer stimmten wir uns schon auf den nächsten Tag ein.

Bereits um 7:00 holte uns ein Jeep zu unserer Frühsafari ab. In zwei weiteren Hotels holten wir noch Gäste ab, denn der Jeep fährt nur bei einer Belegung von 5 - 6 Gäste. Es war bitterkalt und trotz unseren dicken Fliesjacken froren wir. Wie gut, dass das nette Amerikanische Ehepaar eine Wolldecke an uns abgab. Unser Hotel hatte uns da leider nichts mitgegeben. Die Amerikaner hatten schon 3 Safarifahrten mitgemacht und bis jetzt leider keinen Tiger gesichtet. Werner sprach seit Tagen von nichts mehr anderem als dem Tiger; wir mussten unbedingt einen wilden Tiger finden.

Bungalows in The Pugmark
Wir hatten dichten Dschungel erwarten, fanden aber einen lichten Wald vor, der mit Forstwegen durchkreuzt war. Ranthambhor Nationalpark ist in 6 Sektionen aufgeteilt und in der Früh um sechs wird jeweils verlost in welchen Abschnitt die jeweilige Gruppe fahren darf. Der NP erstreckt sich auf eine Fläche von 400 km² und wurde 1955 gegründet, seit 1981 ist es ein Nationalpark, der erste des Rajastan Tiger Reserve Projektes. Ranthambhor wird zu den besten Nationalparks Indiens gezählt.

Laut Prospekt enhält der NP eine erstaunliche Fülle an Wildtieren, darunter seltene und bedrohte Tiere wie Tiger, Leoparden, Elefanten und Nilgai. Aber es sind auch Dschungelkatze, Hyänen, Schakale, Stachelschweine, Wildschweine, Faultiere, Sumpf-Krokodil, Languren, indische Gazelle, Sambar und Axishirsche beheimatet.

Wir hatten Glück und durften in die Zone 1, die wohl Meistbesuchteste.

alle Touristen müssen sich hier Ausweisen
Eintritt gibt es nur gegen reichlich Eintrittsgeld
Die Einheimischen spazieren einfach durch.
Bei der Zufahrt wurden die Touristen aufgehalten und es wurden nochmals unsere Ausweise überprüft. Derweil fuhren links und rechts die Einheimischen unbehelligt an uns vorbei. Manche waren auch zu Fuß unterwegs. Im Park gab es einen Tempel und den Einheimischen wird freier Eintritt gewährt. Uns überraschte diese Unbekümmertheit. Laut Statistik gab es immerhin 30 wilde Tiger im Park und am Tag vor unserer Ankunft wurde ein Wildhüter von einem Tiger schwer verletzt.


"Tigerfutter", kapitaler männl. Sambar beobachtet uns neugierig

"Tigerfutter", diese Axishirschdamen sind sehr wachsam

auch "Tigerfutter", die Jungs sind heute entspannter

diese putzigen Vögel lassen sich unsere Jause schmecken
Erster Kontakt - Abdruck einer Tigerpfote

Die Safariguides fanden eine frische Tigerspur im Sand, wir wussten der Tiger ist bereits auf seiner Morgenpirsch. Leider schlugen wir die falsche Richtung ein, denn andere Jeeps hatten mittlerweilen den Tiger aufgespürt. Wie gestört fuhr unser Fahrer immer wieder zwischen den letzten zwei Sichtungspunkte hin und her. Aber der Tiger war bereits weitergezogen. Auf der Rückfahrt Richtung Parkausgang gab es dann wieder ein Jeepversammlung, der Tiger war angeblich genau in diese Richtung unterwegs. Unser Fahrer parkte unseren Jeep sehr unvorteilhaft in zweiter Reihe hinter einem Busch und wir konnten ihn einfach nicht bewegen uns in eine bessere Position zu manövrieren. 
wir sind nicht die Einzigen!

warten auf den Tiger...
 Nach kurzer Wartezeit gab sich der König des Dschungels die Ehre und spazierte im Unterholz vorbei. Durch unsere unglückliche Ausgangsposition sahen wir das große Männchen aber es war leider nur kurz Zeit für ein Foto.

Tiger im Unterholz
nach dem Trubel ist schon eine Pause angesagt 

Tigerpaparazzi oder der "crazy Indian Tigerwatching"
 Was dann begann ist wohl typisch indisch, aber für alle Tierbeobachter wohl einfach unvorstellbar. Die Tigerbeobachtung fand nämlich genau auf der Durchzugsstraße zum Tempel statt. Vor und hinter uns kamen die Einheimischen wild hupend und johlend angerannt. Das wilde Durcheinander und der Lärm wurde auch unserem Tiger zuviel. Wir waren völlig verdattert und fühlten uns um ein einmaliges Erlebnis betrogen.

dieser Langur wartet schon auf die nächste Tour
Am Nachmittag ging es nochmals auf Safari, diesmal wurden wir für die Zone 6 ausgelost. Einen Wildführer gab es diesmal nicht sondern nur ein Aufpasser = local Guide (dumm, blind, ohne Englischkenntnisse, aber mit irgendeinem Politiker verwandt) der dann grad mal die Tiere benennen konnte die wir ihm gezeigt haben. iese Zone 6 liegt auf einem Hochplateau und führt dann einen kleinen Flusslauf entlang.

"Leopardenfutter", indische Gazelle



wunderschönes Hochplateau in der Abendsonne

eine Gruppe Axishirsche ("" "")
Tiger wählen gerne verlassene Tempel als Lager

junger Sambar ("" "")


Die entgegenkommenden Jeeps brachten keine guten Neuigkeiten. Keiner hatte den Tiger gesichtet. Bald fanden wir raus, dass unser Ziel eine Ruine am Ende der Fahrstraße war. Wir warteten etwas aber der Tiger schien heute nicht an der verabredeten Stelle zu erscheinen. Nun war mir auch klar wieso kein Guide mit war, denn alle Autos fuhren sehr einfallslos die gleiche Strecke ab. Nun das war es dann. 

Schlusswort: 
Unsere Erinnerungen an die Safaris in der Masai Mara, Mount Kenia N.P und Tsavo N.P wurden wieder wach. Dieser indische Touristenfang war wirklich ein lächerlicher Abklatsch und das Wissen der Führer über die Tierwelt lächerlich. Wer sich eine Tierdokumentation aus dem Fernseher reinzieht ist meiner Meinung nach besser beraten.


wieder unterwegs